Aktien mit Krediten Kaufen: Unsinn oder große Chance?

Aktiendarlehen

Die niedrigen Leitzinsen laden bereits seit Jahren dazu ein, auf dem Parkett der Börse mit Fremdkapital zu agieren. Hier bietet sich die Möglichkeit, die eigenen finanziellen Spielräume zu erweitern und dadurch neue Möglichkeiten zu erschließen.

Doch handelt es sich tatsächlich um eine realistische Chance oder überwiegen die Risiken dieses Vorhabens?

Dividenden übersteigen die Kosten

Bereits ein Blick auf die Dividenden, die aktuell von vielen AGs ausgeschüttet werden, offenbaren eine große Chance. Sie machen längst rund fünf Prozent der angelegten Kreditsumme aus.

Die Effektivzinsen eines Darlehens, liegen unterhalb dieser Marke. Selbst mit einem Ratenkredit wäre es damit in der Theorie möglich, ein wirtschaftlich lohnendes Geschäft zu machen und jährliche Gewinne von zwei bis drei Prozent einzustreichen.

Doch selbst der günstige Ratenkredit allein befähigt noch nicht dazu, als Anleger diesen Weg zu gehen. Dies liegt daran, dass die natürlichen Schwankungen der Börse berücksichtigt werden müssen.

Womöglich reduziert sich der Wert der gekauften Anteile und es ist nicht mehr möglich, diese zu den gleichen Preisen an der Börse abzustoßen.

Weiterhin gibt es selbst bei gestandenen Konzernen einige Jahre, in denen keine Dividende an die Aktionäre gezahlt wird.

In einem solchen Fall würde sich der vermeintliche Coup schnell als ein verlustreiches Geschäft entpuppen, von dem die Aktionäre im Nachhinein lieber Abstand genommen hätten.


Hält der Boom an den Aktienmärkten weiter an?

Zudem stellt sich die Frage, wie lange es noch möglich ist, von den steigenden Kursen an der Börse zu profitieren. In den vergangenen Jahren zeigte der Trend stets nach oben.

Aufgrund des starken Wachstums war keine perfekte Analyse der einzelnen Aktien notwendig, um das Depot in den grünen Bereich zu führen und Gewinne zu erzielen.

Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 legte etwa der DAX im Schnitt um starke sechs Prozent pro Jahr zu und konnte damit die eigene Stärke klar unter Beweis stellen.

Nun stellt sich die Frage, wie lange es noch möglich sein wird, von dieser Ausgangslage zu profitieren. Eine Ausweitung der globalen Handelsstreitigkeiten könnte das Wachstum der nächsten Jahre empfindlich dämpfen und damit einem weiteren Aufschwung im Wege stehen.

Auch der Euro steht immer wieder unter Druck und entpuppt sich dadurch als Risikofaktor im Rahmen einer langfristigen Anlage. All diese Faktoren müssen in die Entscheidung einbezogen werden, um als Aktionär eine durchdachte und langfristige Entscheidung zu treffen.

Gewinnsteigerung der perfekten Aktie

Immer wieder gibt es Papiere, die sich als besonders wachstumsstark entpuppen und die dazu in der Lage sind, ihren Anlegern große Gewinne zu bescheren.

Meist sind es diese Wertpapiere, welche bei den Aktionären den Wunsch wecken, doch mehr Geld investiert zu haben.

Wer selbst davon überzeugt ist, einen solchen Treffer gelandet zu haben, ist mit der Hilfe von Fremdkapital dazu in der Lage, die Gewinnchancen weiter auszubauen und damit womöglich den perfekten Kauf in die Tat umzusetzen.

So lassen sich die eigenen wirtschaftlichen Grenzen erweitern, die dem Kauf normalerweise ein natürliches Limit setzen würden.


Einige Experten vergleichen den auf Fremdkapital basierten Kauf von Aktien mit den Hebelgeschäften, wie sie moderne Trader praktizieren. Auch sie sichern sich die Chance, über das verfügbare Kapital hinaus kaufen zu können, um damit den Radius der eigenen Gewinne zu erweitern.

Wie auch beim Hebelgeschäft muss dabei das Risiko in die Entscheidung mit einfließen, welche ein Darlehen letztlich mit sich bringt.

Unter dem Strich könnte die Ausgangslage aufgrund der niedrigen Zinsen nicht besser sein, um sich für den Kauf von Aktien auf Kredit zu entscheiden.

Gleichsam ändert dies kaum etwas an der Verteilung der Risiken, die weiterhin existent sind und in die eigene Entscheidung der Aktionäre einfließen müssen.


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